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Pingus (ab 2 – 2,5 Jahre ohne Eltern)
PINGUs - was ist das?

Nach der Definition der Schwimmschule DELPHIN stellen die PINGU-Kurse das Bindeglied zwischen dem “reinen Mutter/Vater und Kind” Schwimmen , wo die Kinder in erster Linie auf die Mutter (oder natürlich den Vater) konzentriert sind und die übungen Vertrauen, Mobilität und Sicherheit zum Ziel haben, und den anschließenden Anfänger-Schwimmkursen, wo ihre Aufmerksamkeit dann ausschließlich dem Schwimmlehrer und dem “Schwimmen-Lernen” gewidmet sein soll, dar.

Die Kinder nutzen ihre PINGU Zeit, um die Einsicht zu erwerben, dass ihre schwimmerischen Fähigkeiten nicht an die Person von Mutter/Vater gebunden sind, sondern in ihnen selbst liegen. Deshalb übernimmt hier der Kursleiter nicht einfach die Rolle von Mutter/Vater, (das würde die Abhängigkeit nur verlagern), sondern Ziel ist es vielmehr, den Kindern zu vermitteln, ihre eigenen Fähigkeiten selbstständig einzusetzen und einzuschätzen.

Das Vertrauen der Eltern und Kinder zum Kursleiter sowie eine genaue Absprache der meist mehrwöchigen "übergangsphase" ermöglichen das vorsichtige Hineinwachsen in die Kursform der "großen Kinder", die bereits nur mit dem Kursleiter schwimmen dürfen und fortan von den Eltern von außen bestaunt werden. Die PINGU-Phase ist also eine Zeit des “Selbstständig-sein-übens” bis es “ernst” wird, wenn in den Anfänger-Schwimmkursen das “Selbstständig-Sein” gebraucht wird.

Für das erfolgreiche Bestehen dieser kritischen übergangsphase vor dem sogenannten "Kindergartenalter" ist vor allem die Stabilität des häuslichen und sozialen Umfeldes entscheidend. So ist hier die Erfahrung und das Einfühlungsvermögen unserer besten Kursleiter gefragt, denn es gilt neben der Stundengestaltung einerseits zögerliche Eltern und Kinder behutsam zum "Loslassen" zu bewegen und andererseits besonders forsche Eltern im Sinne ihrer Kinder ein wenig zurück zu halten!

Ist diese "zweite Abnabelung" erfolgreich verlaufen, werden die Kinder ihr Können an bekannten übungen und Spielen festigen sowie ihre Kräfte weiter entwickeln und besser einschätzen können. Neue motorische Lernprozesse werden durch vielfältige, entwicklungsgerechte übungen gefördert.

Der rücksichtsvolle Umgang miteinander wird ebenso geübt wie das Verhalten in kritischen Situationen. Sicherheit steht an oberster Stelle. Das Einhalten von Spielregeln gehört immer dazu. Geduld, Vertrauen und viel Lob der nun nur noch zuschauenden Eltern verstärken den Erfolg.

Die Teilnahme an einem PINGU Kurs beinhaltet natürlich auch die Möglichkeit, festzustellen, dass die Zeit der Selbstständigkeit noch NICHT gekommen ist, (denn hierfür eine verbindliche Altersgrenze finden zu wollen, ist nicht praktikabel). In diesem Fall ist der Weg jederzeit offen in eine Mutter und Kind Gruppe passenden Alters.

Noch ein paar Anmerkungen:

Die Kinder sollten FREIWILLIG allein mit dem Kursleiter oder der Kursleiterin ins Wasser gehen und VERSTEHEN, dass sie von den Eltern nicht etwa allein “gelassen” werden, sondern sich allein “behaupten” dürfen (hierfür brauchen alle etwas Geduld und manchmal auch etwas mehr!).

Dieses Verständnis der Kinder stellt sich frühestens mit 2 Jahren, meistens später (fast immer bis Kindergartenalter) ein. Die kleinen PINGUS sollten über eine große Portion VERTRAUEN verfügen: Vertrauen in die Eltern, die ihnen ZU-trauen, dies allein zu meistern, Vertrauen in die Kursleitung und Vertrautheit mit dem Wasser und - last but not least,

SELBSTVERTRAUEN!

Weiterhin sollten die Kinder sicher mit Schwimmflügeln schwimmen, allein ins Wasser und wieder hinauskommen. Die meisten Grundlagen, wie das schwimmerische Können, aber auch das “Hören” und das Verhalten in der Gruppe, werden in den „Mutter und Kind Gruppen“ gelegt.

Die grundsätzliche Erziehung und die zum „Großwerden“ notwendige “Abnabelung” jedoch werden in der Familie vollzogen.

Eltern sollten sich, bevor sie diesen Schritt mit ihren Kindern gehen können, absolut klar darüber sein, dass sie, zumindest für 45 Minuten, ihre Autorität und ihr Vertrauen vollständig an den Kursleiter übertragen. Dazu gehört auch, dem Drang zu widerstehen, Kind oder Kursleiter zu Hilfe zu springen, zu soufflieren oder irgendwie von außen in den Unterricht einzugreifen. Solch Verhalten macht die Position des Kursleiters und die Absicht der Eltern in den Augen der Kinder unglaubwürdig.

Oft ist das schwimmerische Können der Kinder nach fast 2 Jahren Kursteilnahme im “Mutter und Kind” Bereich schon sehr weit, während die soziale Entwicklung noch nicht auf “Alleingang” programmiert ist (weder an Land noch im Wasser).

Es ist daher für den Schritt zum PINGU sehr wichtig, dass die Kinder sich nicht “abgeschoben” fühlen, d.h. nicht mangelnde Motivation der Eltern darf ausschlaggebend für die “Ernennung” zum PINGU sein – denn das gibt 100prozentig Protest.

Erschwerend für einen PINGU-Start, sind so einschneidende Veränderungen im Alltag des Kindes wie z.B. die Ankündigung weiteren Familienzuwachses, Umzug, Kindergartenbeginn oder ähnliches – hier kann es zu Blockaden auf Seiten des Kindes kommen - muss es aber nicht.

Die Kursleiter und die Teamleitung der Schwimmschule DELPHIN bemühen sich natürlich, den Eltern den jeweils angemessenen Kurs für ihr Kind vorzuschlagen, vorschreiben möchten sie es aber nicht. Wenn Sie also Ihr Kind in die “Selbstständigkeit entlassen” möchten, stellen Sie sicher, dass möglichst viele der genannten Voraussetzungen erfüllt sind.

Ein zu früher oder vom Zeitpunkt ungünstig gewählter Start kann sich negativ auf das Selbstvertrauen der Kinder und auf ihr Vertrauen in die Eltern und Lehrer auswirken - und dies natürlich nicht nur im Wasser.

Wenn Ihr Kind also noch keine 100%igen PINGU-Signale gibt: Genießen Sie die Gemeinsamkeit der Mutter und Kind Gruppen noch eine Weile! Es ist höchstwahrscheinlich eine der letzten Gelegenheiten mit Ihrem Kind 45 Minuten konzentriert, in großer körperlicher Nähe zusammen zu sein. Viel zu schnell kommt die Zeit, wenn wirklich “gemeinsame” Unternehmungen nur noch selten sind - Kindergarten, Schule - u.s.w.

Von außen sichtbar ist in diesen Gruppen: Spaß, Bewegung, Singen, rein ins Wasser, raus aus dem Wasser, Springen, Rutschen. Tatsächlich testen die Kinder ihre Grenzen. Sie wissen oder glauben zu wissen, was sie können und setzen dies in unterschiedlichster Form um. Freiwilligkeit ist Voraussetzung für den Spaß am Ausprobieren. Die Kinder erarbeiten sich ihre Lernerfolge fast allein, indem sie bekannte Elemente wie springen, tauchen, rutschen etc. in ganz unterschiedlicher Form im Spiel einsetzen.

Ein zu fester und starrer Stundenaufbau in diesem Alter würde den Forschungsdrang und die wechselnde Konzentration und Kondition der Kinder ignorieren. PINGU-Zeit ist “Probierzeit”, Lernen durch Spielen (wobei natürlich Aufgabe des Kursleiters ist, das Spiel in die gewünschte Richtung zu steuern), GROSS zu sein, aber auch noch ein bisschen KLEIN sein dürfen. Die PINGU-Zeit ist zu Ende, wenn die Kinder soweit sind, nicht nur die 45 Minuten Unterrichtszeit mit Spiel und Spaß und etlichen Aus-Zeiten gut mitzumachen, sondern darüber hinaus offensichtlich neue “Herausforderungen” suchen, mutiger, gelegentlich auch übermütig werden und sie in der Lage sind, einem Lehrer 45 Minuten lang überwiegend ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

Auch für den übergang aus den PINGU- in die Anfänger-Kurse gibt es Voraussetzungen, die in Absprache mit dem PINGU-Kursleiter und beim Probeschwimmen mit dem zukünftigen Schwimmlehrer „abgeklopft“ werden, bevor der nächste Schritt folgt.

Um unser Angebot kennen zu lernen, vereinbaren Sie bitte einen unverbindlichen und kostenlosen Probeschwimmtermin mit uns.

Ihr DELPHIN-Team